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MÜNCHENSTIFT Onlinemagazin

Malerei zwischen Ost und West

Duft der Farbe 1
Die Künstlerin Zhou Mei zeigt in ihrer Ausstellung „Der Duft der Farbe" im Kunstforum der MÜNCHENSTIFT eine Auswahl ihrer Naturbilder. Sie verbindet Ansätze traditioneller chinesi­scher und europäischer Malerei.
 
Was ist mit „Duft der Farbe" gemeint?
In meiner chinesischen Heimat studierte ich klassische chine­sische Malerei, bei der die schwarz-weiße Tuschmalerei mit Naturmotiven typisch ist. Als ich nach Deutschland kam, verstand ich die Sprache nicht und drück­te mich wortlos über die Bilder aus, Sinne und Emotionen nah­men einen großen Raum ein. Mit meiner neuen Heimat Bayern verbinde ich neben den Farben der Wiesen einen ganz besonde­ren Duft. Hier fand ich zur Farbe. Ich verwende allerdings weiter­hin oft Reispapier und Tusche.
 
Können Sie Beispiele nennen?
Das Bild „Guilin im Frühling" aus den 1980er-Jahren entstand im Stil chinesischer Tuschmalerei mit dem Pinsel auf Reispapier. Dann begann ich, Farben in die Tuschmalerei zu integrieren. Bei „Andechs" von 2014 verbindet sich die schwarze Tusche mit kräftigen Acrylfarben, die sich beispielsweise im weiten blauen Himmel ausbreiten. Hinzu kamen farbige Ölbilder mit großen Blütenmotiven wie „Blume blau".
 
Duft der Farbe 2
Wie kamen Sie nach Deutschland?
Nach einem Studium an der Kunstakademie in Maastricht kam ich 1985 wegen einer Aus­stellung her und wollte eigent­lich nur kurz bleiben. Dann bekam ich ein Stipendium und studierte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Prof. Graubner Malerei.
 
Sie sind im Konfuzius-Institut in München tätig...
Ich gebe Kurse in Tuschmalerei. Das Konfuzius-Institut veran­staltet auch die Ausstellung „Der Duft der Farbe", die von Ros­witha Freitag kuratiert wurde. Sie war im Rahmen­programm des 5. Chinesischen Filmfestes im Gasteig zu sehen und seit 21. Juni im Kunst­forum der MÜNCHENSTIFT.

Der Duft der Farbe

Die Ausstellung ist noch bis 27. September im Kunstforum der MÜNCHENSTIFT und vom 29. September bis 1. Oktober im Rahmen der „Offenen Ateliers“ jeweils in Haus St. Josef zu sehen.
Fotos: Zhou Mei