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MÜNCHENSTIFT Onlinemagazin

Immer einen Schritt voraus

Die MÜNCHENSTIFT feierte im April letzten Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum, den beschwerlichen, aber erfolgreichen Weg zum Flaggschiff vieler Neuerungen in der Pflege. Eine Rückschau, Konzepte für die Zukunft und Auszüge aus der Ansprache von Geschäftsführer Siegfried Benker zur Eröffnung der Feier mit Mitarbeitenden und Weggefährten.
20 Jahre MÜNCHENSTIFT
Wenn Sie in ein Haus der MÜNCHENSTIFT gehen und es kommt Ihnen ein Al­paka entgegen, müssen Sie sich keine Sorgen machen. Erstens ist das Alpaka nicht bissig, und zweitens: Sie sind hier schon richtig. Falls Sie sich ver­laufen und plötzlich in einem Gebets­raum für Muslime stehen: Alles in Ordnung, ziehen Sie nur bitte die Schuhe aus. (...) Vielleicht verstehen Sie auch mal kurz Ihr eigenes Wort nicht, wenn die Kunstwerkstatt von REFUGIO gerade ein neues Musik­stück einstudiert. Manchmal ist es aber auch ganz still, weil in der Pflege­oase nur die Duftlampen an sind oder im Snoezelen-Raum die Farben an der Decke sich langsam ändern. Es kann nach frischem Kuchen riechen, da im Wohnbereich gerade gebacken wird – oder es riecht nach frischer Erde, weil die unterfahrbaren Hochbeete gerade frisch bepflanzt werden.
Vielleicht treffen Sie auch auf eine Be­suchergruppe, die Ihnen zwar gut ge­launt, aber doch etwas gelangweilt vorkommt. Dann begegnen Sie gerade der Heimaufsicht oder dem MDK bei einer Kontrolle. Sie sind gut gelaunt, weil es wieder keine Mängel gab – aber deswegen gehen sie auch sehr unauf­geregt durch unsere Häuser. Vielleicht kommen Sie zufällig in eines unserer Häuser, wenn gerade Gottesdienst ist oder eine Lesung stattfindet oder ein afrikanischer Abend. Vielleicht kom­men Sie auch nur um eines unserer frisch gekochten Essen in der Cafete­ria zu genießen oder um eine Ausstel­lung im Foyer zu besuchen. Die Mitar­beiterinnen und Mitarbeiter wissen das schon: All das – und vieles mehr – kann Ihnen in einem Haus der MÜN­CHENSTIFT begegnen. Wer hätte vor 20 Jahren gedacht, dass Altenpflege so bunt sein kann? (Siegfried Benker)

Friedrich Graffe
 (1993-2010 Sozialrefe­rent der Landeshauptstadt München)
„Sie (die Mitarbeitenden) haben mit Ihrem unermüdli­chen Einsatz die städtischen und stiftungseigenen Altenheime der Münchner Bevölkerung erhalten."

Dr.h.c. Charlotte Knobloch (Präsidentin der Israelitischen Kultus­gemeinde München und Oberbayern)
„20 Jahre machen statt reden. München kann stolz sein auf diese 20 Jahre."


Konstantin Wecker (Musiker, Autor, Schauspieler)
„Immer neue Ideen stellen sicher, dass die Häuser für alle Münchnerinnen da sind."

 
Konzepte für die Zukunft
Um der Entwicklung der Stadtgesell­schaft gerecht zu werden, gibt es bei der MÜNCHENSTIFT neue zukunfts­fähige Ansätze: So nimmt sie am Pilotprojekt der Landeshauptstadt „Inter­kulturelle Öffnung der Langzeitpflege in München" teil. Das Haus Heilig Geist bietet SeniorInnen aus dem Mittelmeerraum eine kultursensible Pfle­ge, Betreuung und Umgebung. Das Hans-Sieber-Haus hat sein Angebot für SeniorInnen aus muslimischen Kulturen erweitert. Natur- und tierge­stützte Aktivitäten stehen im Rahmen des Konzepts „Green Care" im Alfons-­Hoffmann-Haus im Mittelpunkt. Im Haus an der Rümannstraße wurde ge­rade der beschützende Bereich geöff­net, was den BewohnerInnen mehr Be­wegungsfreiheit ermöglicht, wobei sie trotzdem vor Fremd- oder Selbstge­fährdung geschützt sind. Im Haus St. Josef wird in Zusammenarbeit mit der Münchner Volkshochschule ein Bildungsprogramm für SeniorInnen mit Mobilitätseinschränkungen angeboten, das auch AnwohnerInnen aus der Nachbarschaft offensteht. Damit ent­steht eine Brücke in das Stadtviertel, als erster Schritt auf dem Weg, die MÜNCHENSTIFT-Häuser zu Kompe­tenzzentren in den Stadtteilen auszubauen.
 
Wussten Sie, dass...
  • die MÜNCHENSTIFT mit über 1 900 Mitarbeitenden rund 2 200 BewohnerInnen in 13 Häusern be­treut?
  • der Ambulante Dienst rund 440 KundInnen versorgt und der Menü-Service jährlich etwa 166 000 Essen ausliefert?
  • die MÜNCHENSTIFT mit derzeit 193 Auszubildenden seit vielen Jahren Deutschlands größter kommunaler Ausbilder in der Altenpflege ist?
  • den Auszubildenden aus über 30 Na­tionen Ausbildungsbeauftragte und Mentorinnen zur Seite stehen?
  • ein Konzept zur interkulturellen Einarbeitung für die multikulturellen Belange sorgt?
  • die Auslastung der MÜNCHEN­STIFT-Häuser zur Zeit bei 98 Prozent liegt?
  • zum größtmöglichen Erhalt der Selbstbestimmung das an der Biogra­fie der Bewohnerinnen orientierte Le­bensweltkonzept dient?
  • mit Hilfe eines 238 Millionen-Euro-­Bauprogramms drei Häuser der MÜN­CHENSTIFT neu gebaut und fünf um­fangreich saniert wurden?
  • die Mitarbeitenden der MÜNCHEN­STIFT im Jahr 2015 insgesamt 40 657 Stunden Fortbildung wahrgenommen haben?
  • rund 700 Ehrenamtliche in den MÜNCHENSTIFT-Häusern aktiv sind, die systematisch ausgebildet und be­treut werden?
  • die MÜNCHENSTIFT auf Qua­litätsmanagement und Transparenz setzt und deshalb die jährlichen Qua­litätsberichte und die MDK- und Heim­aufsichtsberichte veröffentlicht?
  • jeder dritte Pflegeplatz in München sich in einem MÜNCHENSTIFT-Haus befindet?