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MÜNCHENSTIFT Onlinemagazin

Primary Nursing

Im Rahmen des Projekts „Qua­litätsoffensive stationäre Alten­pflege" der Landeshauptstadt München wird ab 1.März in zwei Wohnbereichen im Haus St. Martin das pflegerische Organisationssystem „Primary Nursing" erprobt. Wir stellten der Fachreferentin Johanna Prinz dazu drei Fragen.
Primary Nursing
Was ist „Primary Nursing"?
Es ist ein personenbezogenes Pflegesystem und zugleich eine Pflegephilosophie. Grundele­mente sind eine größere Verant­wortung der Pflegekräfte, mehr Pflegekontinuität sowie eine direktere Kommunikation inner­halb kleinerer Pflegegruppen. So kann steigenden Qualitätsan­forderungen und Personaleng­pässen entgegnet werden.
 
Welches Ziel verfolgt „Primary Nursing"?
Die Bezugspflege, also die umfassende Zuständigkeit einer Pflegekraft für einen zu Pflegen­den, wird mit „Primary Nursing" intensiviert. Das fordert und fördert das Potenzial der Mitar­beitenden und macht den Alten-pflegeberuf attraktiver. Dadurch soll die Zufriedenheit von Bewohnerinnen und Mitarbei­terinnen steigen.
 
Welche Änderungen bringt es?
Die bisherigen Wohnbereiche werden in kleinere Gruppen unterteilt, unter den Pflegekräf­ten gibt es feste Zuständigkeiten für Bewohnerinnen. Das Team wird durch eine verantwortliche Bezugspflegefachkraft, die „Primary Nurse" geleitet. Sie plant und koordiniert die optimale Versorgung, verfügt über aktuel­les Fachwissen und ist erste Bezugsperson für die Angehöri­gen. Durch die geringere Grup­pengröße und die persönlichere Betreuung wird der Kontakt ver­trauter und familiärer und die pflegerische Versorgung engma­schiger Die Wohnbereichsleitung übernimmt die Gesamtkoordi­nation und kümmert sich um die qualitative Weiterentwicklung.