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Wohnen & Pflege

MÜNCHENSTIFT Onlinemagazin

Auf in die Zukunft

Siegfried Benker tritt am 1. April 2018 seine zweite fünfjährige Amtszeit als Geschäftsführer der MÜNCHENSTIFT an. Er hat sich einiges für die weitere Entwicklung des größten Münchner Seniorendienstleisters vorgenommen.
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Vor welchen Herausforderun­gen steht die MÜNCHENSTIFT heute?
Als städtisches Unternehmen haben wir den Anspruch, das Flaggschiff in der Pflege und für alle MünchnerInnen da zu sein. Das ist schnell gesagt, doch die Umsetzung ist eine äußerst dif­ferenzierte Aufgabe. Es bedeu­tet, das Unternehmen für den großen Wandel der Stadtgesell­schaft fit zu machen. Die neuen Seniorengenerationen bringen individuellere Lebensentwürfe mit. Darauf müssen wir reagie­ren und uns auf allen Ebenen modernisieren. Es gilt genauer hinzuschauen – von der Wahr­nehmung ihrer individuellen Biografien und Bedürfnisse bis zu den Pflegeabläufen und der Pflegequalität.

Wie wollen Sie das angehen?
Seit Anfang dieses Jahres beschäftigt sich die neue Stab­stelle „Strategie Pflege und Betreuung" mit der Gestaltung einer zukunftsfähigen Pflege. Die Veränderungen passieren nicht über eine Direktive von oben, es bedarf der Mitwirkung aller. Des­halb läuten wir zugleich einen Kulturwandel im Unternehmen ein, der stärker auf Kommuni­kation und Kooperation aufbaut. Nur so macht es Spaß, die Modernisierung mitzugestalten. Es ist ein langer Weg, zu dem Wertschätzung, gute Führungs­kultur und gut funktionierende Teams gehören. Es braucht auch Schulungen und vor allem eine bessere Bezahlung der Fach­kräfte. Wir konnten bereits das Tarifgefüge ändern und bieten 3000 Euro als Einstiegsgehalt – das ist bundesweit einmalig. Das geht, weil wir gut wirtschaften: Vor 5 Jahren hatten wir noch 7 Mio. Euro Defizit, heute sind es 3 Mio. Euro Überschuss.

Wie wollen Sie die Pflege­qualität sichern?
Es geht darum, mehr Zeit für die Pflege freizuschaufeln. Des­halb wird uns in den nächsten Jahren die Vereinfachung der Organisationsabläufe sehr beschäftigen. Begonnen haben wir beim Bewerbungsprozess, der durch Digitalisierung zusätz­lich beschleunigt wird. Wir sind auch dabei, das neue Frühwarn­system, mit dem wir monatlich in allen Wohnbereichen das Risikopotenzial erheben, zu ver­feinern. So können wir rechtzei­tig kritische Entwicklungen an­gehen oder gar vermeiden. Wir entwickeln ein neues Pflege- und Betreuungsleitbild, das sich an der Charta der pflege- und hilfsbedürftigen Menschen orientiert. Daraus lassen sich Pflege- und Betreuungsmaßnah­men ableiten, die interkulturelle Öffnung und die Öffnung für Schwule, Lesben und Transgender sind ein Teil davon.

Welche Neuerungen sind bei Baumaßnahmen geplant?
Um die Lebens- und Arbeitsqua­lität zu verbessern, werden bei den anstehenden Neubauten in der Tauern- und Franz-Nißl-Straße die Wohngruppen von derzeit 25 bis 28 auf 15 bis 16 BewohnerInnen verkleinert. Das tut insbesondere demenziell Erkrankten gut. Dies wird auch in den anderen Häusern erfol­gen. Im Haus St. Maria Ramers­dorf und im Alfons-Hoffmann-­Haus werden an die Wohngrup­penküchen nachträglich Balkone angebaut. Zudem werden die beschützenden Bereiche geöffnet. Für 2024 ist der Bau eines neuen Hauses im Münchner Norden geplant. Und wir planen weitere Angebote, neben der neuen Tagespflege und des eige­nen Kurzzeitpflegeangebots. Dazu gehören Intensivpflegebe­reiche in den Neubauten, um der großen Nachfrage gerecht zu werden.
Foto: Maren Willkomm