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Fokus

MÜNCHENSTIFT Onlinemagazin

Die Gärten der MÜNCHENSTIFT

Ob besinnlich oder tatkräftig – in den Gärten der MÜNCHENSTIFT findet jeder seine eigene kleine Oase. Vom Mitgärtnern an den Hochbeeten, über Feiern auf den Sommerfesten bis zum Zeitungslesen in einem lauschigen Eckchen.
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Montagmorgen im Garten. Dorle Deuschle hat die Gartengruppe des Alfons-Hoffmann-Hauses zusammengetrommelt. Hier gibt es immer etwas Jahreszeitliches zu tun, sei es Kompost herzurichten, Kräuter zu pflanzen oder Tomaten zu ernten – und natürlich regelmäßig zu gießen. Heute treffen sich elf Bewohnerinnen und Bewohner, um Nistkästen für Ohrwürmer zu bauen. Sie sollen als natürliche Schädlingsabwehr bei den Obstbäumen und den Kräutern im Garten platziert werden. Doch zunächst gilt es Marmeladenbrote zu testen. Bei ihrem letzten Treffen hatte die Gartengruppe Felsenbirnen gepflückt und zu Marmelade eingekocht. „Aus der Erfahrung vom letzten Jahr haben wir Aprikosen hinzugefügt. Dadurch schmeckt die Marmelade dieses Mal viel süßer!", fasst die Betreuerin das Ergebnis der Verkostung zusammen.
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Während sich die Gruppe in die Fertigung der Nistkästen vertieft, begutachten einige Bewohnerinnen und Bewohner auf der anderen Seite des Gartens, wie groß die Chilipflanzen am Treibhaus gediehen sind, und lassen sich dann von den Schmetterlingen am Sommerflieder verzaubern. Von hier aus überblickt man die Birnenspaliere und die Naschhecke, die letztes Jahr gepflanzt wurden. Ebenso das Gedenkkästchen mit den bunten Bändern, die als Erinnerung an Verstorbene an die Äste des Gedenkbuschs daneben gebunden sind.
Spenden für mehr Grün
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Vor fünf Jahren startete das Alfons-Hoffmann-Haus mit einem Green-Care-Konzept, das Pflanzen und Tiere systematisch in die Pflege und Betreuung miteinbezieht. Dieses Jahr folgte das Haus St. Martin als zweites Green-Care-Haus der MÜNCHENSTIFT. Um die Hochbeete des beschützenden Bereichs in dem Giesinger Haus werden bald Hühner laufen und Beschäftigungen mit Pflanzen und Tieren den Alltag mitbestimmen. Ermöglicht werden die Auf- und Umbaumaßnahmen durch die großzügige Spende des SZ-Adventskalenders.
Doch nicht nur die Green-Care-Häuser sorgen für Naturerlebnisse. Durch Spenden erleben die Menschen in allen Häusern die positive Wirkung der Natur. So wurde mithilfe einer Erbschaft im Haus St. Josef ein Gartenhäuschen mit überdachter Terrasse aufgebaut. In den Blumenkästen und Beeten blühen Pflanzen, die die Bewohnerinnen und Bewohner ausgesucht haben, und von ihnen gepflegt werden. In drei anderen Häusern wurden durch den Einsatz der Clarissa-und-Michael-Käfer-Stiftung unterfahrbare Hochbeete errichtet, die eigens für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer entwickelt wurden.
Natur heilt
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„Blühende Blumen- und Kräuterbeete sind nicht nur eine Bereicherung für Bienen und andere Insekten, sondern geben auch Seniorinnen und Senioren viel – ganz besonders, wenn sie das Wachstum ihres eigenen Werkes beobachten können", erklärt Clarissa Käfer. „Viele unserer Bewohnerinnen und Bewohner hatten einen Garten oder einen Balkon, manche sind auf dem Land aufgewachsen", weiß MÜNCHENSTIFT-Geschäftsführer Siegfried Benker. „Gartenarbeit kann Glücksgefühle wecken. Es ist wissenschaftlich belegt, dass sich nach nur fünf Minuten Naturerleben anhaltende positive Effekte für Körper und Seele einstellen."
Picknick im Grünen
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Im weitläufigen Garten des Hauses an der Rümannstraße treffen sich an diesem Sommertag zwei Wohnbereiche beim mobilen Brotbackofen, der als sommerliche Attraktion seit Mai von Haus zu Haus wandert. Küchenleitung Nicky Rodenberg hat den fertigen Teig für Flammkuchen mitgebracht. Nur noch Speck, Zwiebeln und Schnittlauch werden in Absprache mit den Bewohnerinnen und Bewohnern darüber gestreut. Wer will, kann die Flammkuchen dann in den großen Holzofen mithineinschieben und danach bei den Brotlaiben und den Rührkuchen mit Erdbeeren helfen. Diese werden die Seniorinnen und Senioren dann am Nachmittag zum Kaffee in ihren Wohnbereichen genießen.
Miteinander Feiern 
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Im Haus St. Josef geht es derweil rund. Seit elf Uhr spielt die Kapelle auf und es duftet nach Hendln und Steckerlfisch. Monika Posmik hat einige Tiere mitgebracht, mit denen sie regelmäßig die Menschen in den Häusern besucht. Heute gibt es auch eine Station zum Kinderschminken. Denn zur zünftigen Brotzeit und den vielen Mitmachaktivitäten kommen nicht nur die Bewohnerinnen und Bewohner und ihre Angehörigen, sondern auch die Menschen aus der Nachbarschaft.
Im Alfons-Hoffmann-Haus sind nun die Nistkästen für die „Zwickis" fertig. Dorle Deuschle platziert sie zwischen die Pflanzen der Hochbeete. Dann verabredet die Gruppe das Thema für die nächste Woche: Aus den sommerlichen Blüten sollen Kräutersträuße für Maria Himmelfahrt entstehen.
ET: September 2019
Fotos: Marcus Schlaf