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Fokus

MÜNCHENSTIFT Onlinemagazin

Inmitten von München

In den Häusern der MÜNCHENSTIFT ist viel los. Das vielfältige Programm mit Kunst und Lernangeboten, Flohmärkten und Festen zieht auch die Nachbarschaft an. Die Bewohnerinnen und Bewohner erhalten zudem viele Gelegenheiten, am Leben im Stadtteil teilzunehmen.
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Drei in Vintage gekleidete Seniorinnen vom Haus Heilig Geist plaudern an einem stilvoll gedeckten Kaffeetisch mit anderen Damen, die an diesem Herbstnachmittag in den Secondhandladen der Diakonia zum Einkaufen gekommen sind. Zwischen Kaffee und Kuchen geht es nicht nur um Kleidung, sondern auch um das Älterwerden und das Leben im Allgemeinen. Ilse Baumgartl (93), Erika Mader (82) und Klara Scherer (91) erzählen von ihren Erfahrungen, alle drei haben viel erlebt und bereits an mehreren Modenschauen teilgenommen, die das Haus Heilig Geist jedes Jahr veranstaltet. Zu dem Secondhandladen besteht eine enge Verbindung, viele der ausgewählten Outfits stöbern die Seniorinnen und Senioren hier mit Sabine Herbrich, der Modenschauorganisatorin der Hausinternen Tagesbetreuung auf.
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Seit vielen Jahren finden regelmäßig die Modenschauen in dem Neuhauser MÜNCHENSTIFT-Haus statt. Im Laufe der Jahre besuchten immer mehr Menschen die Veranstaltungen und es entstand ein reges Netz an Kontakten im Stadtteil. „Die Vielfalt der Aktivitäten bringt nicht nur Lebendigkeit in unsere Häuser, von denen auch unsere weniger mobilen Bewohnerinnen und Bewohner profitieren, auch viele Menschen aus den Stadtteilen kommen inzwischen zu uns", erzählt Geschäftsführer Siegfried Benker. „Da Lebensqualität weit über reine Pflege hinausgeht, pflegen wir eine Kultur der Öffnung und des Austausches. Die Quartiersöffnung ist uns ein sehr wichtiges Anliegen."
Ein Fuhrpark aus Erinnerungen
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Beim Anblick der 30 Oldtimer im parkartigen Garten des Hauses an der Rümannstraße, der Mitarbeitenden in Petticoats, einer Boogie-Woogie-Gruppe und Leckereien aus den 1960er-Jahren fühlt man sich auf einer Zeitreise in die Vergangenheit – zum ersten Auto oder zur ersten Urlaubsreise. Das Oldtimer-Picknick an diesem Mainachmittag wird vom Verein Classics for Charity e.V. ermöglicht, deren Mitglieder mit ihren Oldtimern das Erlebnis auch mit Spenden unterstützen. „Das Ereignis hat einen langen Vorlauf, doch die Mühe lohnt sich", erzählt Jeanette Kaiser, Mitorganisatorin der Veranstaltung. Auch mithilfe der Ehrenamtlichen, die sich hier mit einbringen, herrscht an diesem Tag ein reger Austausch: „Vom Baby bis zum 100-Jährigen sind alle da", freut sich Andrea Friedl, eine der Ehrenamtskoordinatorinnen des Hauses.
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Wie in anderen MÜNCHENSTIFT-Häusern richtet das Schwabinger Haus an der Rümannstraße eine Vielzahl von Veranstaltungen aus, die den nachbarschaftlichen Austausch im Quartier anregen. Feste, Hofflohmärkte, Konzerte und Lesungen gehören dazu sowie die Angebote der Münchner Volkshochschule. Auch am Bücherschrank vor dem Hauseingang treffen sich Menschen aus dem Haus und der Nachbarschaft, um zu stöbern und auszutauschen. „Ganz unterschiedliche Menschen kommen miteinander ins Gespräch und die Hemmschwelle zu unserem Haus senkt sich dadurch immer mehr", freut sich Hausleiterin Brigitte Harz-Jahnel.
Kunst und Literatur vermitteln
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In das Haus St. Josef sind an diesem spätsommerlichen Nachmittag Menschen mit Rollatoren sowie Künstlerinnen und Künstler zur Vernissage gekommen. Auf mehreren Etagen können sich Bewohnerinnen und Bewohner sowie Gäste von den Kunstwerken anregen lassen. Kunst beglückt und bringt Menschen zusammen. In den meisten MÜNCHENSTIFT-Häusern werden daher nicht nur die Arbeiten von Bewohnerinnen und Bewohnern ausgestellt, sondern auch Werke in München tätiger Kunstschaffender.
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Auch zur Reihe „Kunst kommt" von Artothek und KunstZeit, bei der Kunstexpertinnen und -experten Kunstwerke in den Häusern vorstellen, nehmen regelmäßig Menschen aus der Nachbarschaft teil. Die Teilnehmenden einer Schreibwerkstatt des Münchener Bürgerheims der MÜNCHENSTIFT hingegen wählten den umgekehrten Weg: sie stellten die Ergebnisse ihres Schreibprozesses dem interessierten Publikum in der nahen Stadtteilbibliothek Neuhausen vor.
Offen für die Vielfalt 
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Das Programm zur Öffnung für Menschen unterschiedlicher Kulturen und Orientierung bietet weitere Lesungen und Ausstellungen, die ein gemischtes Publikum neugierig machen und zu Diskussionen anregen – in diesem Jahr unter dem Motto „Respekt". So wurde auf Anregung von Bewohnerinnen und Bewohnern während der Ausstellung „Max ist Marie" im Haus an der Tauernstraße eine Transgenderfrau eingeladen, die aus ihrem Alltag erzählte. Ein besonderes Erlebnis bot eine Nachfeier zum Christopher Street Day im Theatersaal des Hauses, an der neben Menschen aus der Community, Mitarbeitende verschiedener Herkunft teilnahmen und Bewohnerinnen und Bewohner begeistert zur Techno-Musik klatschten. Das Tanzbein hingegen kann in mehreren Häusern unter Anleitung eines Tanzlehrers geschwungen und dabei so manche Bekanntschaft gemacht werden. „Wir verstehen uns als ,Haus der Vielfalt'", betont Hausleiterin Marion Schneider. „Je nach Interesse und Möglichkeit ist für jeden etwas dabei. Jeder ist willkommen."
Ehrenamtliche und Spender
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Zu stemmen sind diese vielen Aktivitäten in den MÜNCHENSTIFT-Häusern nur mit Hilfe von Spenden, Partnern in den Stadtteilen und natürlich den vielen Ehrenamtlichen aller Generationen. Letztere sind eine wichtige Brücke zum Leben in der Stadt. In Zusammenarbeit mit dem Alten- und Servicezentrum (ASZ) Harlaching veranstaltete das MÜNCHENSTIFT-Haus an der Tauernstraße daher eine Freiwilligenmesse, bei der sich Interessierte aus dem Stadtteil zum Thema „Ehrenamt" informieren konnten. Engagieren kann man sich beispielsweise in der mobilen Bewohnerboutique, die seit zwei Jahren von vier Ehrenamtlichen betreut wird. Die Kleidung kommt von Secondhandläden des Stadtteils und modeinteressierten Bewohnerinnen oder über Sachspenden aus der Nachbarschaft.
Das nahe Haus St. Maria Ramersdorf bietet im Rahmen der „Ramersdorfer Demenzwerkstatt im Quartier" gemeinsam mit einigen Stadtteil-Institutionen Veranstaltungen wie Ausstellungen, Feste und Märkte zum weiteren Austausch an. Und die Schülerinnen und Schüler der inklusiven Montessorischule (Monte Balan) besuchen regelmäßig in der „Generationsbrücke" die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses.
Fotos: Barbara Donaubauer & MÜNCHENSTIFT
ET: Dezember 2019