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Menschen

MÜNCHENSTIFT Onlinemagazin

Comedy als Prävention

Sissi Perlinger
Sissi Perlinger beschäftigt sich in ihrem Programm „Ich bleib dann mal jung" mit den Fall­stricken des Älterwerdens – und wie man gut in die Jahre kommt. Wir sprachen mit der Kabarettistin und Buchautorin.

Wie kamen Sie für Ihr Pro­gramm auf das Thema Alter?
Seit 30 Jahren transformiere ich alle großen Schritte und Ein­schnitte in meinem Leben zur Comedy – egal ob Erwachsenwerden, Trennung oder Tinnitus. Man braucht einen dramatischen Hintergrund, um komisch sein zu können. Die griechische Mythologie liefert dafür die Erzählstruktur: Vom Höhenflug über den tiefen Fall bis zur Ka­tharsis am Ende. Bei „Ich bleib dann mal jung" war ich zum ersten Mal glücklich und ohne Krise. Der Impuls war das Älter­werden und Sterben meiner Mutter, die ihrer nicht würdig waren. Sie jammerte nur noch und zog sich zurück. Dabei war sie ein gescheiter und lebens­froher Mensch. Da beschloss ich: Du machst das anders!

Wie unterscheidet sich dieses Programm von Ihren bisherigen?
Zum allerersten Mal bearbeite ich eine Krise prophylaktisch. Das ist genau das, was Odysseus machte, als er sich auf der Reise gegen die Sirenen an den Mast binden ließ. Ich habe zwei Jahre lang unglaublich viel gelesen. In einer Harvard-Studie, die über 80 Jahre ging, las ich, dass allen Menschen über 100 eines gemeinsam ist: der Humor. Keine meiner Shows war bisher so lustig, dabei geht es um Alter und Tod. Wie eine Bühnenschamanin arbeite ich mich durch alle Aspekte und löse die damit verbundenen Ängste mit Geläch­ter in eine positive Idee auf. Dabei spreche ich auch Tabus an.

Kann man Humor lernen?
Ja, deshalb habe ich ein Buch darüber geschrieben, und auch darüber, wie man lernt, anders alt zu werden. Auf der Bühne verarbeite ich die Pointen, im Buch beschreibe ich, was man konkret tun kann. Man hat viel mehr in der Hand, als man denkt. Es geht darum, mit unse­ren Einstellungen und Entschei­dungen die Weichen zu stellen. Im Ruhestand kann man endlich all das erleben, was man vorher vernachlässigt hat. Im Alter fällt es leichter, bewusst zu sein und zu meditieren, auch loszulassen, zu verschenken, zu helfen und Erfahrungen zu teilen. Denn auch das ist ein Ergebnis der Harvard-Studie: Menschen, die sozial tätig sind, sind die glücklichsten, vor allem wenn sie sich mit Kindern und Jugendlichen beschäftigen. Das Alter kann eine Heilkraft auf seine Umgebung haben. Mein Buch soll Mut machen, Alter positiv zu sehen, und Wege dahin aufzeigen.

Veranstaltungstermin

18. April 2018, 20 Uhr 
Ich bleib dann mal jung, Prinzregententheater
 
Die DVD mit allen Höhepunkten des Bühnenprogramms ist während der Auftritte erhältlich.
Foto: Barbara Donaubauer