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Menschen

MÜNCHENSTIFT Onlinemagazin

Was uns verbindet

Die Ausstellung der Fotografin Michaela Auer zeigt zehn Por­träts mit Menschenpaaren. Die Texte dazu erzählen über gemeinsame berufliche Erfah­rungen von BewohnerInnen und Mitarbeitenden der MÜNCHENSTIFT. 
Die 88-jäh­rige Bewohnerin Anne-Marie Quitt und die 60-jährige Sozialpädagogin im Bereich „Wohnen mit Service" Barbara Jakob sind eines der zehn Paare. Beiden war schon früh klar, dass sie mit Kindern arbeiten wollten. Doch ihr Berufsein­stieg unterschied sich sehr: „Ich begann 1948/49 im viergeteil­ten Berlin Schlüsselkinder zu betreuen. Damals gab es wenig zu essen oder anzuziehen. Als unser Chor einen Preis erhielt, durften wir an den ,Tagen jun­ger Musik' in Passau teilneh­men. Das war für die Kinder ein eindrückliches Erlebnis", erinnert sich Anne-Marie Quitt. Barbara Jakob stieg über 25 Jahre später in ihren Beruf ein: „Ich fing in den 1970er Jahren an, mit Kinder zu arbeiten – das war eine ganz andere Zeit! Meine ersten Erfahrungen sammelte ich in Kindergärten und im Krankenhaus. Nach dem Studium der Sozialpädagogik war ich in einer Heilpädago­gischen Tagesstätte und im Kinderhaus Kai in Bogenhausen tätig", beschreibt sie ihre ersten beruflichen Schritte. Mit 43 Jahren, nach einer Kinder­pause, fand sie eine neue beruf­liche Herausforderung: „Im Angehörigenbeirat sprach mich die Hausleiterin des MÜN­CHENSTIFT-Hauses an der Rümannstraße an", erzählt die Sozialpädagogin. Sie wurde Umbaukoordinatorin des Hau­ses und baute später das „Wohnen mit Service" auf. Auch Anne-Marie Quitt schlug nach einem Umzug an den Bodensee, und später nach München, neue berufliche Wege ein: „Ich wechselte in die Marktforschung und dann kamen unsere drei Kinder. Mit 52 Jahren wurde ich Kosme­tikerin und eröffnete danach eine Shiatsu-Praxis." Beide sind glücklich: „Meine Entscheidung mit Senioren zu arbeiten, habe ich noch nie be­reut", resümiert Barbara Jakob. Anne-Marie Quitt freut sich über die Ausstellung: „Wer hätte das gedacht, dass ich mich im Seniorenheim an die schönste Zeit meines Lebens erinnere!"

Ausstellung „Was uns verbindet", Haus an der Rümannstraße, bis Ende April 2018
Fotos: Michaela Auer