Search Icon
Flag Icon
IMG_6127_1280_510

Panorama

MÜNCHENSTIFT Onlinemagazin

Ehrenamt – Generationen verbindend

Zu den drei generationenüber­greifenden Ehrenamtsengage­ments der MÜNCHENSTIFT, die im letzten Jahr den Ehren­amtspreis der Versicherungskammer-Stiftung erhielten, gehören eine Spielegruppe von Schülerinnen für demenziell Er­krankte und eine Yogagruppe für Jung und Alt.
 
Der Ehrenamtspreis der Versi­cherungskammer-Stiftung wür­digt Kinder und Jugendliche, die sich unvoreingenommen auf Begegnungen mit zum Teil schwer demenziell Erkrankten bei der MÜNCHENSTIFT einlassen, sowie den Ehrenamtskoordinatorinnen, erwachsenen Ehrenamtlichen und Mitarbeiten­den, die diese Begegnungen ermöglichen.
Schülerinnen gründen Spielegruppe
Ehrenamt Generationen (2)
Als zwei 14-jährige Realschüle­rinnen bei der Ehrenamtskoordinatorin im Haus St. Martin ihre Unterstützung bei demenziell Er­krankten anboten, war diese zunächst skeptisch. Als die bei­den jedoch wiederholt nachfrag­ten, gab sie nach. Im beschützen­den Wohnbereich betreuen die Schülerinnen Franziska Klaus und Katharina Posch inzwischen eine Spielegruppe. Die fortgeschrit­tene Demenz der Bewohner­Innen, die manchen Erwachsenen einschüchtert, macht Franzi und Kathi nichts aus: „Wir haben einfach ausprobiert, was wir spie­len können", erinnert sich Franzi an die ersten Treffen im Novem­ber 2016. Mit der Zeit habe sich herausgestellt, dass Spiele, die Geräusche machen, wie „Mensch ärgere Dich nicht" oder „Kniffel" besonders gut ankommen. „Vor allem der richtige Ton ist wichtig, man darf nicht in Babysprache reden", beschreibt Franzi ihre Erfahrungen. Dass demenziell Er­krankte äußerst sensibel wahr­nehmen, bestätigt auch Kathi: „Sie merken sofort, wenn man nicht gut drauf ist und machen dann Witze oder streicheln einem übers Haar." Den Spiele­nachmittag jeden Mittwoch möchten mittlerweile weder die BewohnerInnen noch die Schü­lerinnen missen. Altenpflegerin sei zwar nicht ihr Berufsziel, be­kennt Franzi, „aber bei der MÜNCHENSTIFT zu arbeiten wäre cool, dann kann ich die ehrenamtliche Arbeit mit mei­nem Beruf verbinden."
Yoga mit Kindern im Pflegeheim
Ehrenamt Generationen (1)
Als die Yogalehrerin Diana Marino ehrenamtlich Yoga für SeniorInnen anbot und damit Demenz und Yoga verband, erhielt sie von mehreren Pflege­heimen eine Absage. Erst bei der MÜNCHENSTIFT bekam sie grünes Licht. Mittlerweile gestal­tet Diana Marino, die als Yoga­lehrerin vor allem mit Kindern arbeitet, im Haus St. Martin drei Yogaveranstaltungen gemeinsam mit Kindern und Bewohner­Innen, eine vierte ist zudem geplant. „Kinder genauso wie ältere, demente Menschen leben intensiv im Moment", erklärt Marino ihre Motivation, Jung und Alt im Yoga zusammenzubringen. Die BewohnerInnen sitzen dabei im Kreis, die Kinder auf den Yogamatten in ihrer Mitte. Angeleitete Meditationen, Begrüßungsrituale mit Klatschen oder Atemübungen nehmen Rücksicht auf die Möglichkeiten der Bewohnerinnen. „Älteren Menschen macht es dabei auch Freude, den Kindern bei ihren Übungen zuzusehen", beobachtet die Mitarbeiterin von der hausinternen Tagesbetreuung Hedwig Gawlik. So hat eine stark demenziell erkrankte Bewohnerin im Anschluss an die Yogastunde detailliert geschil­dert, wie sich ein Junge aus der Gruppe bewegt und wie ihn dabei eine Biene umsurrte. „Diese Aufmerksamkeit war erstaunlich und berührend", so Hedwig Gawlik.