Wohnen mit Pflege

Wohnen mit Pflegeleistungen
In neun unserer Häuser leben ältere Menschen, die dauerhaft Betreuung und Pflege benötigen und im Alltag auf Hilfe angewiesen sind. Die MÜNCHENSTIFT richtet ihre Pflege nach dem Lebensweltkonzept aus und passt sie individuell an den Bedarf des Pflegebedürftigen an – mit Orientierung an der Biografie und individueller Gestaltung des Lebensraums, mit Bezugspflege und diskreter Begleitung, und mit der Förderung von Selbstbestimmung und sozialer Teilhabe.

Aus Wertschätzung und Fürsorge für unsere älteren Mitbürger fühlen wir uns dabei einem hohen Qualitätsanspruch verpflichtet. Das beginnt bei einer Fachkraftquote über den gesetzlich festgelegten 50 Prozent, oder bei Qualitätsbeauftragten in unseren Häusern. Und wir stehen für Transparenz und Offenheit in der Pflege, fordern seit langem unangemeldete Kontrollen von Pflegeheimen und veröffentlichen die Berichte der Heimaufsicht. Denn Ihr Vertrauen ist uns wichtig!

Voraussetzung zur Aufnahme in den Pflegebereich ist die Einstufung in einen Pflegegrad.
Besondere Pflegekonzepte
Bei der MÜNCHENSTIFT finden Sie nicht nur „eine Pflege für alle“, sondern auch sehr individuelle Pflegeangebote. So ist sichergestellt, dass die Fähigkeiten, Gewohnheiten und die gesundheitliche Situation jedes Bewohners angemessen in der Pflege berücksichtigt werden können:

Hausgemeinschaften

Leicht demenziell erkrankte Bewohner leben in kleinen Wohneinheiten für 8 bis 10 Personen fast wie in einem normalen Haushalt – mit gemeinsamer Tagesgestaltung und Rücksicht auf einzelne Bedürfnisse. Vorhandene Fähigkeiten werden gefördert und ausgeschöpft, z. B. in Hausarbeit und gemeinsamem Kochen. Vertraute Abläufe in einem stützenden und überschaubaren Umfeld können zu einem gesteigerten Wohlbefinden beitragen.

Gerontopsychiatrische Wohngruppen

Für Demenzkranke sezten wir das „Drei-Welten-Modell“ um, welches davon ausgeht, dass die Erkrankten drei verschiedene Erlebniswelten durchlaufen. Für jede dieser Welten wird in einer speziellen Wohngruppe ein abgestimmtes Betreuungsangebot geschaffen.

In der ersten Welt profitieren die Bewohner von einer Gemeinschaft mit festen und doch abwechslungsreichen Abläufen, die Ihnen wieder Erfolgserlebnisse ermöglichen.

In der zweiten Welt wird der zunehmenden Ziellosigkeit und dem oft starkem Bewegungsdrang mit Toleranz und Zulassen des individuellen Verhaltens begegnet. Kleine Veranstaltungen, Singen, Kraft-Balance-Gymnastik oder auch Herrichten der Tische zu den Mahlzeiten sind Beispiele für die Betreuung in diesen Wohngruppen.

Bewohner mit weit fortgeschrittener Demenz werden schließlich durch die dritte Welt der Schutzlosigkeit begleitet, die in manchen Häusern als Pflegeoase bezeichnet wird. Da die Betroffenen von Außenreizen schnell überfordert sind, erfolgen alle Tätigkeiten möglichst langsam und leise. Zur Anwendung kommen aktivierende oder beruhigende Einreibungen, Musik, leichte Massagen oder Anregungen durch Düfte und Lichteffekte.

Beschützende Pflege

Ältere Menschen, die weglaufgefährdet sind oder sich selbst oder andere gefährden würden, leben bei uns sicher in einem beschützenden Bereich. Zur Aufnahme ist ein richterlicher Unterbringungsbeschluss für eine beschützende Unterbringung erforderlich. Die Wohngruppen verfügen neben festen Treffpunkten für alltägliche Beschäftigungen über einen großzügigen Freibereich.

Pflege bei Multipler Sklerose

Das Alfons-Hoffmann-Haus bietet Menschen mit Multipler Sklerose (MS) ein betreutes Zuhause. Bei Pflegebedürftigkeit durch MS ist es möglich, auch die Bedürfnisse jüngerer Bewohner zu berücksichtigen, Pflege und Versorgung an den Krankheitsbildern auszurichten und den Tagesablauf individueller zu gestalten. Durch unterschiedliche Therapieansätze können Symptome gelindert und die Selbständigkeit unterstützt werden.

Pflege für Jüngere mit neurologischen Erkrankungen

Im Haus an der Effnerstraße bieten wir einen eigenen Wohnbereich für Menschen im jüngeren und mittleren Lebensalter mit neurologischen Erkrankungen an – bei Pflegebedürftigkeit etwa nach einem Unfall oder Schlaganfall, bei Morbus Parkinson oder Multisystematrophie. Pflege und Versorgung richten sich gezielt an den Krankheitsbildern aus, die Bedürfnisse jüngerer Bewohner werden berücksichtigt und der Tagesablauf kann individuell gestaltet werden.

Pflege für Wachkoma-Patienten

Im Haus St. Josef gibt es den Wachkoma-Bereich für Patienten der Phase F, die Chancen auf eine Verbesserung ihres Zustandes haben. Hierzu wird das Aktivierungspotential ausgeschöpft, gezielt Bewegung und Sinneswahrnehmung gefördert sowie Kau-, Schluck- und Kommunikationsfähigkeit trainiert. Ein fachgerechter Umgang mit Trachealkanülen, künstlicher Beatmung und medizinischen Hilfsmitteln ist selbstverständlich gewährleistet.
Tagespflege und Kurzzeitpflege

Tagespflege (nur im Haus St. Josef)

Im Januar 2017 haben wir im Haus St. Josef einen Tagespflegebereich eröffnet, in dem pflegebedürftige Gäste tagsüber ein attraktives Betreuungs- und Pflegeangebot finden.

Kurzzeitpflege

Kurzzeitpflege bedeutet vollstationäre Pflege für max. acht Wochen pro Jahr. Voraussetzung für die Kurzzeitpflege ist, dass der Betroffene aufgrund eines erhöhten Pflegebedarfs nach einem Krankenhausauf­enthalt oder wegen einer sonstigen Krisensi­tuation (z. B. Urlaub, Überlastung oder Krank­heit von pflegenden Angehörigen, Umbau der Wohnung) nicht oder nicht ausreichend zu Hause gepflegt werden kann. Zur Aufnahme in die Kurzzeitpflege ist eine Pflegestufe erforderlich.
 
Alle unsere Häuser mit Pflegeangeboten bieten situativ Kurzzeitpflege an. Das bedeutet, dass ein aktuell freier Pflegeplatz an einen Kurzzeitgast vergeben werden kann. Die Re­ser­vie­rung eines Kurzzeitpflegeplatzes für einen bestimmten Zeitraum im Voraus ist leider nicht möglich.