Die Malerei als Weg zu neuer Identität im Alter

Ein Kindheitstraum wurde Wirklichkeit

Begleitet von Armut, Misshandlungen und harter körperlicher Arbeit wuchs C. K. als Kind inmitten des Künstlerviertels Schwabing in München auf. Auch ihr späteres Leben war von harten, existenziellen Überlebenskämpfen geprägt.  Doch der Kindheitstraum blieb, denn eigentlich wollte sie Künstlerin werden. Das Leben von Künstlern im Gegensatz zu ihrem eigenen hatte sie schon sehr früh kennengelernt, als sie als Kind von zwei jüdischen Künstlerinnen gemalt wurde.  Als diese aufgrund religiöser Verfolgung aus Deutschland emigrieren mussten und sehr wohl auch das Elend, in dem sich das Kind befand, erkannten, baten sie die Mutter darum, die Sorge für dieses Kind übernehmen zu dürfen und dieses mit in ihr amerikanisches Exil zu nehmen. Die Mutter willigte nicht ein. Eines der Momente, die sie selbst für ihr eigenes Leben wegweisend fand, auch wenn sie vielleicht die Tragweite dieser Entscheidung nur mit kindlichem Instinkt erahnen konnte – nämlich, dass es ihr bei den beiden Künstlerinnen besser ergangen wäre und sie die Chance gehabt hätte, selbst Künstlerin zu werden. 

Es sollte noch Jahrzehnte dauern, bis dieser Wunsch in einem MÜNCHENSTIFT-Haus Wirklichkeit wurde. Dort war die Malerei nicht nur die Auseinandersetzung mit der Kunst, sondern im Verlauf von etwa acht Jahren führte diese, begleitet von zahlreichen Ausstellungen, für sie zu einer Identifikation mit ihrem Kindheitswunsch. „Früher war ich Versicherungsangestellte heute bin ich Künstlerin.“