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MÜNCHENSTIFT Onlinemagazin

Solidarität hat keine Grenzen

Solidarität hat keine Grenzen
„Herzensmomente" stehen im Mittelpunkt einer Ausstellung der Initiative „Munich Kyiv Queer" für die „PrideWeek" des diesjährigen Christopher Street Days. Sie wird seit 10. Juli in der Hauptverwaltung der MÜNCHENSTIFT gezeigt und vom Kulturreferat unterstützt. Erzählt werden beglückende und inspirierende Momente in der Zusammenarbeit der LGBT-Szenen von Kiew und München, untermalt mit Collagen des ukrainischen Künstlerduos Braty.
Hinter der Geschichte der Initiative „Munich Kyiv Queer" wird die schwierige Situation von Schwulen, Lesben und Transgender in der Ukraine sichtbar. Im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Kiew und München begann die Zusammenarbeit beim Besuch einer ukrainischen Queer-Gruppe zum Christopher Street Day im Jahr 2012. „Schnell war klar, dass wir eine solidarische Städtepartnerschaft aufbauen wollten", erzählt der Sprecher der Initiative Conrad Breyer. „Noch im selben Jahr fuhr ich nach Kiew, um mir die Situation vor Ort anzuschauen und den Austausch zu vertiefen. Ich lernte dort meinen Mann kennen und wir begannen mit einer Gruppe von Aktivistinnen, die Initiative aufzubauen."
Seitdem wurde ein Netz an Ehrenamtlichen entwickelt, die „PrideWeek"-Kooperation vertieft und Aktivitäten in weiteren Städten initiiert. Ausstellungen, Workshops und Filme gehören dazu, aber auch Übersetzungen von Standardwerken der LGBT*-Community, etwa zu „Regenbogenfamilien". „Neben dem Abbau von Vorurteilen durch Informationen und Aufklärung liegt uns sehr daran, den sexuellen Minderheiten in der Ukraine zu mehr Sichtbarkeit zu verhelfen", so Conrad Breyer. Obwohl Homosexualität seit der Unabhängigkeit des Landes 1991 nicht mehr strafbar ist und sich die rechtliche Situation seit dem Maidan 2014 etwas verbessert hat, halten sich Vorurteile hartnäckig. „Die Bevölkerung ist insgesamt toleranter geworden, aber es gibt eine lautstarke Gruppe von Nationalisten, die zu Gewalt bereit ist. Ein schwules Paar würde sich nicht Hand in Hand auf die Straße wagen. Die Szene braucht daher Unterstützung aus dem Ausland."

Munich Kyiv Queer

Seit 10. Juli läuft die Ausstellung „Munich Kyiv Queer“ in der Hauptverwaltung der MÜNCHENSTIFT, danach wird sie in den Häusern gezeigt.
 
Als Beitrag zur „Prideweek“ (4.-11. Juli) ist „Munich Kyiv Queer“ auch dauerhaft online zu sehen.
Foto: Thomas Kaiser
ET: Juni 2020