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MÜNCHENSTIFT Onlinemagazin

Digitaler Alltag

Digitaler Alltag
Lange schienen ältere Menschen von den neuen Kommunikationsmedien abgehängt zu werden. Doch das ändert sich immer mehr. Digitale Medien gehören für viele inzwischen zum ganz normalen Alltag. So besitzt rund die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner des Wohnen mit Service im Haus an der Effnerstraße Smartphones, viele haben auch iPads und lassen sich in ihre Wohnräume einen Internet-anschluss legen. Auch in den öffentlichen Bereichen ist die digitale Kommunikation eingezogen, so gibt es im Eingangsbereich des Hauses einen Hotspot, in dem sich Bewohnerinnen und Bewohner sowie Gäste einwählen und von hier aus bequem surfen können. Frigga Holzer (80), Bewohnerin des Wohnen mit Service, erzählt, wie sie zu Computer und iPad kam und diese digitale Technik heute in ihrem Alltag nutzt.
Seit wann benutzen Sie digitale Medien?
Frigga Holzer (FH): Als mein Mann im Jahr 1995 starb und ich dann allein in Linz wohnte, kaufte ich mir einen Computer und auch ein Seniorenhandy. Da meine beiden Töchter weit weg wohnten, ging es mir vor allem darum, selbständig zu bleiben und meine Kontakte weiter pflegen zu können. Während meiner Berufszeit hatte ich schon gelernt, mit einem Computer umzugehen. 2012 schenkten mir die Kinder ein iPad und jetzt erhielt ich ein neues Modell, weil das erste zu langsam wurde.
Für was benutzen Sie Ihre Geräte?
FH: Seit ich vor zwei Jahren nach München zog, nutze ich nur noch das iPad. Es ist viel teurer Freunde und Ämter in meiner Heimat Österreich mit dem normalen Telefon anzurufen. Ich melde mich auch gleich morgens via iPad bei meiner Tochter die auch in München lebt, schreibe Mails an Freunde, erhalte Fotos, habe eine Auswahl an Spielen, mache alles für Versicherungen, Finanzamt oder Krankenkassen online und die Dokumente kann ich sogar fotografieren. Und ich lese das TV-Programm und Krimis – richtig schöne Bücher kaufe ich aber lieber.
Wie haben Sie gelernt, damit umzugehen?
FH: Es war am Anfang alles sehr abenteuerlich, denn meine Kinder sagten, als sie mir 2012 das iPad schenkten, dass es sich alles eigentlich von selbst erkläre. Das neue iPad wurde aber jetzt von meiner Tochter und ihrem Mann für mich eingerichtet. Nur mein Onlinebanking übernimmt meine Tochter.
Foto: Carola Ostler
ET: März 2020