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Panorama

MÜNCHENSTIFT Onlinemagazin

Ohne uns? Geht es nicht!

Mindestens die Hälfte aller Pflegefachkräfte bei der MÜNCHENSTIFT stammen aus Ex-Jugoslawien. Jagoda Rosul-Gajic, Leitung Stabstelle Vielfalt, interviewte für die Ausstellung „Ohne uns?" Mitarbeitende aus diesen Ländern zu ihren Lebenswegen und Erfahrungen.
Jugoslawien
Seit wann kommen Arbeitskräfte aus Kroatien?
Die erste Migrationswelle begann mit dem Anwerbeabkommen 1968. Hunderttausende kamen aus Ex-Jugoslawien, viele sind heute selbst im pflegebedürftigen Alter – und einige von ihnen Bewohnerinnen und Bewohner bei der MÜNCHENSTIFT. Die zweite Migrationswelle setzte mit dem ersten Pflegenotstand Ende der 1980er Jahre ein, unter ihnen waren ausgebildete Krankenschwestern und -pfleger von denen einige Karriere bei der MÜNCHENSTIFT machten. Mit dem Jugoslawienkrieg in den 1990er Jahren kam schließlich fast noch eine halbe Million Menschen. Ein Vermittlungsabkommen und der Beitritt Kroatiens zur EU 2013 erleichterten die Arbeitsaufnahme.

Welche waren Ihre einprägsamsten Gesprächserlebnisse?
Mich hat sehr berührt, dass viele sich bei uns nie als Flüchtlinge oder Migranten fühlten. Einige erzählten sogar sie hätten bei der MÜNCHENSTIFT so viel Unterstützung erhalten, dass sie sich verpflichtet fühlten zu bleiben. Es sei auch nicht schwer gewesen, sich zurecht zu finden, da die MÜNCHENSTIFT für sie wie eine Familie war, es gab immer jemanden, der sie verstand. Zudem seien die Führungskräfte mit Migrationshintergrund anspornende Vorbilder.

Was bedeutet das für die MÜNCHENSTIFT?
Ich war überrascht, wie weit wir schon mit unseren Angeboten für Menschen aus anderen Ländern sind, z. B. mit Deutschkursen, einer kultursensiblen Einarbeitung und persönlicher Unterstützung. Mitarbeitende mit Migrationshintergrund haben die gleichen Karrierechancen wie andere. Unsere Willkommenskultur ist inzwischen gelebte Einstellung. Dadurch dass es Führungskräfte mit Migrationshintergrund gibt, können auch die Potenziale junger Menschen aus anderen Ländern besser erkannt werden. Eine enorme Chance im Fachkräftemangel!

Ohne uns?

Ausstellung im Haus an der Rümannstraße, Ausstellungsdauer: bis 2. Februar 2020
ET: Dezember 2019