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Wohnen & Pflege

MÜNCHENSTIFT Onlinemagazin

Ein erfüllender Beruf

Pflege ist anspruchsvoll und anstrengend. Pflege ist vielseitig und beglückend. Pflege bietet Perspektiven. Eine Pflegefachkraft und eine Auszubildende im Haus St. Martin erzählen von ihrer Arbeit und was ihnen an dieser Tätigkeit gefällt.
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Sandi Badzak steht vor einem Flipchart und bespricht mit seinem Team, was in einem Notfall zu tun ist. Einmal im Monat schult der 39-Jährige die Pflegefach- und Hilfskräfte und die Betreuungsassistenz in seinem Pflegebereich. Als „Primary Nurse" steht er einer von zwei Pflegegruppen eines Wohnbereichs mit sechs Kolleginnen und Kollegen vor, die sich im Team um insgesamt zehn bis zwölf Bewohnerinnen und Bewohner kümmern.
Vielfältig und abwechslungsreich
Sandi Badzak ist seit dem Ende seiner Pflegeausbildung im Jahr 2016 als Pflegefachkraft im Haus St. Martin tätig. Als er 2013 von Bosnien nach München kam, entschied er sich nach einem Pflegepraktikum für den Beruf. „Der Umgang mit Menschen liegt mir, außerdem macht man etwas Sinnvolles für die Gesellschaft und verdient dabei Geld." Ein zugewandtes Verhältnis zu den Bewohnerinnen und Bewohnern ist ihm wichtig, aber auch eine gute Teamarbeit. Als im Haus das neue Bezugspflegsystem „Primary Nursing" mit kleinen Wohngruppen eingeführt wurde, erhielt er gleich die Chance, als „Primary Nurse" eines der Teams zu leiten. Sandi Badzak ist seitdem für alle Pflegeabläufe vom Ein- bis zum Auszug verantwortlich – inklusive Pflegeplanung, Risikomanagement und Kommunikation mit Betreuungen und Angehörigen. „Die Arbeit ist äußerst abwechslungsreich", freut er sich, „und außerdem muss ich nicht wegen jeder Kleinigkeit zum Chef, sondern kann viele Entscheidungen selbst treffen und Verantwortung übernehmen." Mit seinem Wohnbereichsmanager Daniel Reuter, seiner größten Stütze, steht er mehrmals täglich in Kontakt. Hierbei gibt er Rückmeldung, wie es mit den Bewohnerinnen und Bewohnern und dem Team läuft, und ob er Unterstützung braucht.
Im Austausch mit Menschen
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Wenn Sandi Badzak zur Frühschicht kommt, geht es in der Wohngruppenküche und in den Bewohnerzimmern mit dem Frühstück und der Pflege unterschiedlicher Pflegegrade los. Organisationstalent und Flexibilität sind dabei gefragt: „Man muss es sich gut einteilen", weiß er aus Erfahrung. Zuerst werden diejenigen versorgt, die in der Cafeteria oder in ihrem Zimmer frühstücken. Danach folgen die Bewohnerinnen und Bewohner, die einen höheren Zeitaufwand benötigen, wie zum Beispiel bei der Wundversorgung. „Die Menschen, die ich pflege, erzählen gerne von ihrer Kindheit, von ihren Urlauben, viele waren auch in Ex-Jugoslawien, haben die berühmte Brücke meiner Heimatstadt Mostar gesehen, die im Krieg zerstört wurde. Doch viele sind auch interessiert, mehr von mir zu erfahren", so Sandi Badzak.
Sobald die Pflegefachkraft fertig ist, kommen die Ärzte zu ihren Visiten und es starten die vielfältigen und abwechslungsreichen Angebote der Hausinternen Tagesbetreuung. Dann ist auch etwas Luft für die Teamtreffen seiner Gruppe, seien es die monatlichen Kurzschulungen, die Sandi Badzak selbst durchführt, oder die Gruppen- und Teamgespräche des gesamten Wohnbereichs, bei denen Aktuelles und Dringendes ausgetauscht wird.
Unterstützung und Zuspruch
„Meine Arbeitsbasis ist eine gute Mischung aus erworbenem Wissen aus der Zeit in der Berufsschule und eigenen Berufserfahrungen in Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen." Viel Unterstützung und Zuspruch gaben ihm von Anfang an Mentorinnen und Mentoren, wie die erfahrene stellvertretende Pflegedienstleitung aus seiner Lehrzeit, die inzwischen in einem anderen Haus tätig ist, und sein damaliger Wohnbereichsleiter Armin Boskovic, der zu einem der Pflegedienstleiter des Hauses aufgestiegen ist. Mit allen steht er heute noch in Kontakt.
Karriere machen
Sandi Badzak nimmt auch regelmäßig am Fortbildungsprogramm der MÜNCHENSTIFT teil: „Ich kann mich weiterentwickeln und habe gute Aufstiegschancen. Seit Oktober mache ich eine Wohnbereichsleiter-Fortbildung, in der es auch um Team- und Gruppenführung geht." Wie seine Kolleginnen und Kollegen nimmt er zudem an Schulungen teil, z. B. über Wundmanagement, Inkontinenz oder LGBT*. „Das sind auch gute Gelegenheiten, neben fachlichem Wissen und praktischen Anregungen Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bereichen und Häusern kennenzulernen." Mit seinem eigenen Team trifft sich Sandi Badzak auch gerne mal zum Abendessen oder einem Bowlingabend. Als Ausgleich zum Berufsalltag spielt er begeistert Fußball oder unternimmt Wanderungen mit seiner Frau, die selbst Pflegefachkraft in einem anderen MÜNCHENSTIFT-Haus ist. „Wir kannten uns schon vorher aus der Nachbarschaft in Mostar. Es gibt aber auch einige Paare, die sich hier im Haus kennengelernt haben", beobachtet der 39-Jährige.
Mit einer Ausbildung den Grundstein legen
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Auch Marina Ljubas ging einen ähnlichen Weg. Sie begann als 19-Jährige mit einem BWL-Studium in ihrer kroatischen Heimat, entschloss sich dann aber lieber ein Jahr in Deutschland zu arbeiten, um Geld zu verdienen und die Welt kennenzulernen. „Ich erfuhr, dass man sich bei der MÜNCHENSTIFT gut entwickeln kann", erzählt die heute 25-Jährige. So startete sie 2016 als Pflegehelferin im Haus St. Martin. Mit einem Deutschkurs und der alltäglichen Sprachpraxis verbesserte sie ihre Deutschkenntnisse auf das B2-Niveau, die Voraussetzung für die 3-jährige Ausbildung zur Pflegefachkraft. Ihre Ausbildung begann 2017, im Mai 2020 steht die Abschlussprüfung zur Pflegefachkraft an. Frau Ott, eine Bewohnerin, die seit einem Schlaganfall im Haus lebt, erinnert sich noch sehr gut an ihre beruflichen Anfänge. „Eine ihrer Praxisprüfungen hat sie mit mir gemacht. Man wächst zusammen. Ich freue mich immer, wenn Marina kommt, sie ist so ruhig und angenehm."
„Durch die Ausbildung erhält man bessere Einblicke, beispielsweise in die Pflegedokumentation und in die pflegerische Betreuung", erzählt Marina Ljubas. Im zweiten Ausbildungsjahr durchlief sie auch den Ambulanten Dienst und den Gerontopsychiatrischen Bereich. „Die MÜNCHENSTIFT ist viel mehr als ein Unternehmen für mich. Ich habe hier so viele Menschen kennengelernt und wurde sehr motiviert, mich weiterzuentwickeln." Zunächst möchte sie in dem Wohnbereich bleiben, in dem sie gerade lernt, überlegt die Auszubildende: „Aber ich kann mir auch gut vorstellen, später einen Bereich mit eigener Verantwortung zu übernehmen, beispielsweise als Praxisanleiterin für Auszubildende oder Ausbildungsbeauftragte. Hier könnte ich das weitergeben, was ich alles an Positivem erlebt habe."
Fotos: Barbara Donaubauer
ET: März 2020