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Wohnen & Pflege

MÜNCHENSTIFT Onlinemagazin

Autofahren bei Demenz?

Rubrik „Gut zu wissen" 
Folge 8: Autofahren bei Demenz
Frau Pfaff
Bei beginnender Demenz können viele Betroffene noch sicher Autofahren. Daher wird kein grundsätzliches Fahrverbot bei leichter Demenz gefordert. Im Verlauf der Erkrankung treten jedoch zunehmende Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit auf. Sie betreffen besonders die Bereiche Wahrnehmung, Konzentration, Orientierung und Urteilsfähigkeit. Zudem können die Erkrankten ihre Fahreignung nicht mehr realistisch einordnen.
Warnzeichen für verminderte Leistungsfähigkeit im Straßenverkehr:
  • Auffällig langsames Fahren
  • Desorientiertheit auf gewohnten Strecken
  • Unentschlossenes Verhalten
  • Nicht-Beachten von Verkehrsschildern
Falls Sie als Angehörige unsicher sind, ob der/die Betroffene noch sicher fahren kann, sollte Sie einen fachärztlichen Rat einholen. Sobald die Diagnose „Demenz“ bekannt ist, sollten Sie die KFZ- und Privathaftpflichtversicherung informieren.
Wenn Betroffene keine Einsicht zeigen, sind auch kleine Tricks gerechtfertigt um sie am Fahren zu hindern. Zum Beispiel kann man das Fahrzeug nicht am gewohnten Standort abstellen oder vorrübergehend die Batterie abklemmen. Auch ein Austausch des Autoschlüssels kann hilfreich sein um den Erkrankten von seinem Vorhaben abzulenken.
Wenn Menschen mit Demenz Auto fahren, obwohl sie fahruntüchtig sind und darauf hingewiesen wurden, hat der Arzt das Recht die Fahrerlaubnisbehörde zu informieren.
Familienangehörige sollten sich bei Beratungsstellen, bei Ärztinnen und Ärzten Rat holen, wie sie Erkrankten bei einer Selbst- und Fremdgefährdung unterstützen können.

Fachstelle für pflegende Angehörige

Mehr Informationen und Beratung zu Betreuungsleistungen und Antragstellung: Tel. (089) 62020-317 oder -308
ET: Juni 2020