IMG_6127_1280_510

Wohnen & Pflege

MÜNCHENSTIFT Onlinemagazin

Diagnose „Demenz“

Rubrik: „Gut zu wissen“
Folge 11: Diagnose „Demenz“
Frau Pfaff
Unter dem Begriff „Demenz“ sind viele Demenzformen vereint mit verschiedenen Symptomen und Krankheitsverläufen. Bei allen steht der Abbau der geistigen und kognitiven Fähigkeiten im Vordergrund. Außerdem treten auch häufig Persönlichkeitsstörungen auf.
Im frühen Stadium der Erkrankung bemerken die Betroffenen selbst, dass das Gedächtnis nachlässt und die alltäglichen Aufgaben beschwerlicher werden. Die Alltagsbewältigung gelingt jedoch noch weitgehend selbständig. In dieser Phase sollten Angehörige darauf achten, dass der Alltag gut strukturiert ist. Auch nachbarschaftliche Kontakte oder ehrenamtliche Betreuung zur Planung von Einkaufen oder Spaziergängen helfen.
Im fortschreitenden Verlauf der Erkrankung ist mehr Hilfe nötig. Da die Selbstversorgung schwieriger wird, z. B. die Körperpflege und das Essen vernachlässigt wird, sind Alleinlebende mehrmals täglich auf Unterstützung angewiesen. Es empfiehlt sich, einen ambulanten Dienst zu beauftragen, um die pflegenden Angehörigen zu entlasten.

Ein typischer Beratungsfall

Bei einer 85-jährigen Dame wurde die Diagnose „Demenz“ festgestellt. Zuletzt konnte sie sich nicht mehr an Termine und Absprachen erinnern und die häusliche Versorgung musste neu überdacht werden. Sie wollte anfangs keine Hilfe annehmen und wollte nichts von den Hilfsangeboten ihrer Tochter wissen.
Die Fachstelle für pflegende Angehörige beriet die Tochter zur Beantragung eines Pflegegrades. Nach der Begutachtung erhielt sie eine Zusage für den Pflegegrad II. Damit konnte die Tochter einen ambulanten Dienst beauftragen, der ihre Mutter morgens besucht und ihr beim Start in den Tag hilft. Die Pflegekraft bereitet das Frühstück und hilft, die passende Kleidung auszuwählen. In dieser Krankheitsphase sollten die demenziell Erkrankten ihren Tag noch selbstbestimmt gestalten können und nur sanfte Unterstützung erhalten. Auf diese Weise nehmen sie die angebotenen Hilfen eher an und fühlen sich wahrgenommen und versorgt.
Weiterhin wurde über die Fachstelle eine Dame zur Betreuung empfohlen. Die ausgebildete Demenzhelferin bringt eine fachliche Schulung mit und kommt ein- bis zweimal wöchentlich zum Spaziergang und gemeinsamen Einkauf. Die Tochter organisiert die übrige Zeit Termine mit Angehörigen und Freund*innen, um die Mutter zu beschäftigen. Sie bemüht sich dabei um gleichbleibende Abläufe, um Unruhezuständen vorzubeugen.
In dieser Phase der Erkrankung können kleine Orientierungshilfen den Alltag erleichtern. Zum Beispiel hilft ein Abreißkalender, um den Wochentag zu erkennen, eine Uhr mit einem großen Ziffernblatt, ein Kalender mit anstehenden Terminen an einem gewohnten Platz oder ein Nachtlicht im Gang, der Orientierung gibt und vor Stürzen bewahrt.
ET: März 2021