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Wohnen & Pflege

MÜNCHENSTIFT Onlinemagazin

Ambulante Pflege: Was zahlen die Kassen?

Rubrik „Gut zu wissen“
Mehr Durchblick im Dschungel der Fachwörter
Folge 7: Leistungen bei Pflegegrad 2
Gut zu wissen_Andrea Bäther_AMD
Pflegesachleistung
Hilfsbedürftige mit Pflegegrad 2 können Sachleistungen oder Pflegesachleistungen bis 689 Euro im Monat beanspruchen. Voraussetzung: sie lassen sich durch einen ambulanten Pflegedienst zu Hause pflegen und betreuen. Der Pflegedienst rechnet direkt dann mit der Pflegekasse ab.
Sachleistungen für die ambulante Pflege
Wenn Pflegebedürftige der Stufe 2 nicht auf Angehörige zurückgreifen können, zahlt die Versicherung 689 Euro monatlich für Pflegeleistungen von ambulanten Diensten. Falls Hilfsbedürftige mit Pflegegrad 2 von Verwandten und von ambulanten Pflegediensten versorgt werden, erhalten sie eine Kombination aus Geld- und Sachleistungen. Dabei gilt der Grundsatz: Der Anspruch auf Pflegegeld verringert sich um den Prozentsatz der nicht beanspruchten Sachleistungen. Beispiel: Wenn 70 Prozent der Sachleistungen in Anspruch genommen werden, gibt es 30 Prozent der Geldleistung für ambulante Pflege. Das sind 482,30 Euro für die ambulante Pflege und 94,80 Euro Pflegegeld.
Entlastungsbetrag
Mit einem einheitlichen Entlastungsbetrag von 125 Euro werden Leistungen für die Entlastung von pflegenden Angehörigen und deren Selbstständigkeit bezahlt. Dazu zählen unter anderem folgende Kosten:
  • Gebühren für Betreuungsgruppen für leicht Demenzkranke oder leicht Hilfsbedürftige, die geistige und körperliche Fähigkeiten stärken 
  • Putz- und Haushaltshilfen in der eigenen Wohnung 
  • Begleiter/innen für Spaziergänge, Gespräche oder Vorlesen
  • Einkaufshilfen
Rund 40 Prozent der Betreuungsleistungen können, wenn nicht beansprucht, für Pflegeleistungen und Leistungen für die hauswirtschaftliche Versorgung verwendet werden. Um pflegende Angehörige zu entlasten stehen ferner die Leistungen der Verhinderungspflege von 1612 Euro jährlich zur Verfügung.
Kostenlose Beratungsangebote
Pflegegeld-Empfänger haben Anspruch auf zwei kostenlose Beratungsbesuche von geschulten Fachkräften pro Jahr. Dabei geben Fachkräfte auf Wunsch auch in der Wohnung der Pflegebedürftigen praktische Tipps, wie die Pflege und Betreuung zu Hause erleichtert und verbessert werden kann. Die Pflegeexperten geben zudem Anregungen für mögliche Wohnraumanpassungen. Denn auch bauliche Veränderungen können die Pflege erleichtern und die Lebensqualität des Pflegebedürftigen oder Demenzkranken erhöhen.
Für alle Pflegegeld-Empfänger mit den Pflegegraden 2, 3, 4 und 5 sind diese Beratungsbesuche sogar vorgeschrieben und daher verpflichtend wahrzunehmen.

Ambulanter Dienst MÜNCHENSTIFT

Mehr Informationen zu den Leistungen bei ambulanter Versorgung: Andrea Bäther, Tel. (089) 74147-230
ET: März 2020