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Wohnen & Pflege

MÜNCHENSTIFT Onlinemagazin

Verdacht auf Demenz

Rubrik: „Gut zu wissen“
Folge 10: Verdacht auf Demenz bei Angehörigen
Frau Pfaff
Bei vielen Menschen lassen im Alter die geistigen Fähigkeiten nach. Sie werden vergesslicher und können sich nicht mehr gut auf neue Situationen einstellen. Gesunde Menschen können diese Einbußen ausgleichen. Ganz anders ein demenziell erkrankter Mensch. Er verliert im Laufe der Zeit seine kognitiven Fähigkeiten. Er kann sich nicht mehr an kurz zurückliegende Ereignisse erinnern, vergisst wichtige Termine und die Orientierung an gewohnten Plätzen nimmt ab. Auch die Konzentration lässt nach und es kommt zu Wortfindungsstörungen.
Wenn Sie Krankheitsanzeichen bemerken, sollten Sie mit Ihrem Angehörigen einen Arzt aufsuchen. In der Regel haben die Betroffenen wenig Verständnis für diesen Arztbesuch, da sie ihre Erkrankung selber nicht wahrnehmen. Sie sollten den Besuch im Vorfeld mit dem Arzt besprechen.
Sobald die Diagnose feststeht, hilft fachliche Beratung. Und auch wenn im Verlauf der Erkrankung der Hilfebedarf steigt, gibt die Fachstelle für pflegende Angehörige wertvolle Tipps und Hilfe.

Ein typischer Beratungsfall

Eine 85-jährige Dame lebt nach dem Tod ihres Ehemannes alleine in ihrer Wohnung. Die berufstätige Tochter besucht sie meist am Wochenende. Bei diesen Besuchen bemerkte sie, dass ihre Mutter immer vergesslicher wurde. So konnte sie sich gar nicht mehr an ihren letzten Besuch erinnern. Sie war sehr traurig und beschuldigte ihre Tochter, schon seit Wochen nicht mehr da gewesen zu sein. Als die Tochter ihr den Kalender zeigte, fiel ihr auf, dass ihre Mutter die Eintragungen nicht mehr zuordnen konnte und ihren Friseurtermin vergessen hatte. Die Tochter versuchte, ihre Mutter zu beruhigen, und schlug einen Arzttermin vor, zu dem sie sie begleiten wollte. Nach anfänglichem Zögern willigte die Mutter ein. Als die Tochter sie zum vereinbarten Arzttermin abholen wollte, konnte sie sich nicht mehr daran erinnern, und weigerte sich das Haus zu verlassen.
Völlig von der Situation überfordert, wendete sich die Tochter an die Fachstelle für pflegende Angehörige. Die Fachstelle beriet sie zum Krankheitsbild und zeigte ihr Verhaltensstrategien auf, um mit den herausfordernden Situationen besser umgehen zu können. Zudem erhielt sie Hilfe bei einem Antrag bei der Pflegekasse, damit eine ehrenamtliche Betreuerin ihre Mutter einmal wöchentlich besucht. Seitdem ist die Tochter regelmäßig im Kontakt mit der Fachstelle für pflegende Angehörige und lässt sich bei den wechselnden Situationen beraten.
ET: Dezember 2020