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Pressedienst

München, 9. Juli 2020

Pressemitteilung

Wohnen unter´m Regenbogen

Neues Wohnprojekt für ältere LGBTIQ* in München der Münchner Aids-Hilfe e.V. und der MÜNCHENSTIFT GmbH

Das Wohnprojekt für queere Senior*innen kann starten! Der Sozialausschuss der Landeshauptstadt München stimmte heute ohne Gegenstimmen einem Finanzierungszuschuss für das Projekt Wohnen unter´m Regenbogen zu, um sozialverträgliche Mieten speziell für Zielgruppe lesbischer, schwuler, trans* und inter* Senior*innen zu ermöglichen. Somit kann an der Radlkoferstraße ein neues Wohnprojekt entstehen, das selbstbestimmtes Leben für ältere lesbische Frauen, schwule Männer, trans* und inter* Menschen ermöglichen soll.

Nach jahrelangen Vorbereitungen und konzeptionellen Diskussionen, die mit der LGBTIQ*-Community geführt wurden, gingen die Münchner Aids-Hilfe e.V. und die MÜNCHENSTIFT GmbH dafür eine Kooperation ein. Mit dem Projekt soll der hohen Bedeutung für ein bedürfnisgerechtes, aktives Altwerden von LGBTIQ* in München Rechnung getragen werden. „Wohnen unter´m Regenbogen“ bietet Raum zu leben – auch in Pflegebedürftigkeit und während des Sterbeprozesses. Neben acht Ein- und zwanzig Zweizimmerwohnungen entstehen im Gebäude an der Radlkoferstraße auch Räumlichkeiten für das Beratungsangebot von rosaAlter (Münchner Aids-Hilfe e.V) und eine gastronomischen Einheit.

Die MÜNCHENSTIFT GmbH wird für Wohnen unter´m Regenbogen sowohl das pflege- und betreuungs-spezifische Angebote sicherstellen, als auch die Verwaltung der Mietangelegenheiten übernehmen. Die Münchner Aids-Hilfe e.V. stellt ihr Beratungsangebot „rosaAlter“ zur Verfügung, das neben psycho-sozialer Beratung auch Hilfestellung zur Entwicklung und Gestaltung der Hausgemeinschaft gibt. So wird sichergestellt, dass den Mieter*innen Ansprechpartner*innen für alle Angelegenheiten des alltäglichen Lebens zur Verfügung stehen.

Dazu Siegfried Benker, Geschäftsführer der MÜNCHENSTIFT GmbH:
„Die Realisierung des Projektes Wohnen unter´m Regenbogen ist für die MÜNCHENSTIFT eine große Freude. Seit sechs Jahren legt die MÜNCHENSTIFT einen Fokus auf die Öffnung der stationären Altenpflege für LGBTIQ*. Der nun gewährte Vertrauensvorschuss von Seiten der LGBTIQ*-Community für die Realisierung dieses Projektes ist sicherlich auch ein Resultat der engen, gemeinsamen Arbeit dieser letzten Jahre. Wohnen unter´m Regenbogen wird das Spektrum unsere Angebote für LGBTIQ*-Senior*innen auch im Bereich des selbständigen Wohnens der MÜNCHENSTIFT erweitern. Bundesweit zieht München nun mit Berlin gleich, denn nirgendwo sonst gibt es eine ähnliche Dichte an vergleichbaren Angeboten.“

Auch Thomas Niederbühl, Geschäftsführer der Münchner Aids-Hilfe e.V., ist erleichtert: „Dieses Wohnprojekt war uns eine Herzensangelegenheit. Die Freude darüber, dass es nun umgesetzt werden kann, ist riesig und gerade kurz vor dem CSD ein tolles Signal in die queere Community. Die Münchner Aids-Hilfe kann ihre langjährige Kompetenz in der Arbeit für queere Senior*innen jetzt auch beim Projekt Wohnen unter´m Regenbogen voll ausspielen und hat in der MÜNCHENSTIFT eine engagierte Partnerin gefunden. Für die Münchner LGBTIQ*-Community ist heute ein guter Tag!“

Die MÜNCHENSTIFT GmbH

ist eine gemeinnützige Gesellschaft und hundertprozentige Tochtergesellschaft der Landeshauptstadt München. Mit rund 3.000 Bewohnerinnen und Bewohnern in 13 Häusern und einer breiten Palette an Wohn-, Service- und Pflegeangeboten ist sie der größte Dienstleister für Senioren in München. Das bedarfsorientierte Angebot reicht vom Ambulanten Dienst, dem Menü-Service und der Tagespflege über das Wohnen mit Pflegeleistungen bis hin zu gerontopsychiatrischen Wohngruppen und der Hospizversorgung. Aktuell beschäftigt sie etwa 1.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist bundesweit größter kommunaler Ausbilder in der Altenpflege.

Die Münchner Aids-Hilfe

Die Münchner Aids-Hilfe e.V. wurde als erste regionale Aids-Hilfe im Januar 1984 als gemeinnütziger Verein gegründet. Aus der schwulen Selbsthilfe entstand bis heute ein Fach- und Interessensverband, der seinen unverzichtbaren Platz im Münchner Sozial- und Gesundheitswesen fand. Mit dem Aids-Geschehen wuchs und veränderte sich unser Aufgabenspektrum zu einer umfassenden Infrastruktur aus ehrenamtlicher und hauptamtlicher Arbeit.