Null Prozent FEM
Pflege und Betreuung bedeuten für uns, pflegebedürftigen Menschen respektvoll zu begegnen, sie mit all ihren Bedürfnissen wahrzunehmen und ihre Fähigkeiten zu erhalten. Unsere Aufgabe ist es, Ihre Angehörigen und Betreuten darin zu unterstützen, selbstbestimmt zu leben, also ihre Selbständigkeit zu fördern und sie gleichzeitig vor Schaden zu bewahren.
Null Prozent freiheitsentziehende Maßnahmen
Deshalb haben wir uns zum Ziel gesteckt, möglichst null Prozent freiheitsentziehende Maßnahmen (FEM) einzusetzen. Und unsere Bemühungen zeigen: Es geht auch ohne.
Um die Würde und die persönliche Freiheit der uns anvertrauten Bewohner*innen zu wahren, setzen wir auf vielfältige Alternativen zu FEM.
Alle Handlungen, die Menschen daran hindern, sich frei zu bewegen, werden als freiheitsentziehende Maßnahme verstanden. Dies impliziert medikamentöse, aber auch mechanische Maßnahmen. FEM anzuwenden, bedeutet für Ihre Angehörigen oder Betreuten eine Freiheitsberaubung und setzt einen entsprechenden Beschluss des Betreuungsgerichts voraus.
Eine solche richterliche Genehmigung für FEM stellt dabei lediglich eine Erlaubnis, aber keine Verpflichtung zum Einsatz dar. Die Maßnahmen müssen sich auf das unbedingt erforderliche Maß beschränken und dürfen nur so lange angewandt werden, wie die Voraussetzungen dafür gegeben sind. Vor der Anwendung müssen alle alternativen Möglichkeiten geprüft werden.
Unfallschutz und persönliche Freiheit in Einklang bringen
Die Sorge um die körperliche Unversehrtheit steht dem Erhalt der persönlichen Freiheit gegenüber. Beide Grundrechte sind wichtige Aspekte von empfundener Lebensqualität. Wir bei der MÜNCHENSTIFT sind bestrebt, auch selbstgefährdeten Menschen ihre Autonomie und ihren Bewegungsradius so weit wie möglich zu erhalten. Es ist uns wichtig, dass Ihre Angehörigen und Betreuten so aktiv wie möglich am täglichen Leben teilnehmen können.
Alternative Maßnahmen - kreativ und individuell
Ihre Sorgen nehmen wir ernst und wir beziehen Sie von Anfang an in den Pflegeprozess mit ein. Gemeinsam erarbeiten wir mit Ihnen einen Weg, der Sicherheit und körperliche Unversehrtheit mit dem Bedürfnis nach Selbstbestimmung in Einklang bringt. In individuellen Fallbesprechungen mit allen am Pflege- und Betreuungsprozess Beteiligten suchen wir nach alternativen Möglichkeiten, um Schaden abzuwenden. Dabei stehen auch die Qualitätsbeauftragten in unseren Häusern beratend zur Seite.
Seit Jahren investiert die MÜNCHENSTIFT in eine großzügige Ausstattung an geeigneten Hilfsmitteln, wie zum Beispiel Niederflurbetten, Cosy Chairs, Bewegungssensoren, Sensormatten und Sitzliegesäcken.
Gleichzeitig werden alternative Methoden zur Vermeidung von FEM eingesetzt und ständig weiterentwickelt, wie zum Beispiel:
In laufenden Fortbildungen und Maßnahmen zur Sensibilisierung lernen unsere Mitarbeitenden in der Pflege und Betreuung, die Methoden kreativ und verantwortungsvoll, individuell und zielführend anzuwenden.