Green Care in der Langzeitpflege

Ursprünglich als Projekt im Alfons-Hoffmann-Haus gestartet, hat Green Care - dessen Ursprung im landwirtschaftlichen Sektor liegt - mittlerweile Einzug in alle unsere Alten- und Pflegeheime erhalten.

Standen bei den sogenannten Green-Care-Farmen in Österreich und den Niederlanden hauptsächlich ökologische und nachhaltige Aspekte in Vordergrund, so ist Green Care mittlerweile viel mehr: Es geht darum, pflegebedürftige Personen mittels der Natur und Pflanzen aber auch mit Tieren zu fördern und zu unterstützen. Der Ansatz beruht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen - seine Erfolge zeigen sich täglich in unseren Häusern.

Was versteht man unter Green Care in der Langzeitpflege?

Unter dem Green Care-Ansatz in der Langzeitpflege versteht man alle physischen, psychischen, pädagogischen oder sozialen Aktivitäten und Fördermaßnahmen, bei denen die Natur, Tiere oder Pflanzen eingesetzt werden.

 

Die MÜNCHENSTIFT hat diesen Ansatz im Alfons-Hoffmann-Haus erprobt und konnte damit bereits einige Erfolge feiern. Daher werden immer mehr Aspekte von Green Care auf die restlichen Alten- und Pflegeheime der MÜNCHENSTIFT übertragen.

Warum setzt die MÜNCHENSTIFT Green Care um?

Wissenschaftliche Studien belegen, dass sich durch das Erleben von Natur anhaltend positive Effekte für Körper und Seele einstellen. Auch wecken die Green-Care-Elemente die Neugierde von pflegebedürftigen Personen. Die Betrachtung oder Erfahrung, beispielsweise mit der Tierwelt, wirkt kognitiv anregend, erzeugt positive Emotionen und sorgt für eine Verbundenheit mit der Natur.

Je vielfältiger und abwechslungsreicher die Green-Care-Angebote, umso größer sind die positiven Assoziationen und Sinnesreize. Entdeckungen bieten die Möglichkeit zum Austausch zwischen Bewohner*innen, Angehörigen, Mitarbeitenden oder Ehrenamtlichen. Ein nachhaltiger Nutzen von Green Care entsteht dann, wenn Bewohner*innen, Angehörige und Besuchende, Mitarbeitende und Träger gemeinsam an der Thematik arbeiten.

Unsere Green Care-Angebote

  • Fünf mobile Gärtnereien, um immobilen Bewohnern*innen die Gartentätigkeiten im Zimmer anbieten zu können
  • Mit Rollstühlen unterfahrbare Hochbeete für mobilitätseingeschränkten Bewohner*innen sowie ein barrierefreies Gewächshaus
  • Regelmäßiger Tierbesuch - begleitet von erfahrenen Tiertherapeut*innen
  • Haltung eigener Kleintiere in den Häusern, wie Zwerghühner oder Meerschweinchen
  • Thematische Bewohnerausflüge

Strukturelle und bauliche Änderungen

Um die Green Care-Aspekte für unsere Bewohner*innen erlebbarer zu gestalten, vollzieht die MÜNCHENSTIFT seit den letzten Jahren einige strukturelle und bauliche Veränderungen in ihren Alten- und Pflegeheimen.

So werden die Außenbereiche der Häuser neu gedacht und stückweise umgestaltet. Versiegelte Bodenbereiche werden begrünt und mit Beerensträucher, Obstbäume, Rosenbüsche oder anderen Strauchgruppen bepflanzt und je nach Bedarf ersetzt und erweitert. Tierische Bewohner ziehen im Hühnerstall oder Meerschweinchen-Haus ein. Durch zusätzliche Aufenthaltsmöglichkeiten wie Sitzbänke, Gartenliegen oder Rollator-Stellflächen wird die Natur für für unsere Bewohner*innen noch stärker erlebbar gemacht.

Haustiere sind in den Häusern der MÜNCHENSTIFT mittlerweile ausdrücklich erwünscht. So leben bereits mehrere Hunde und Katzen zusammen mit ihrem Herrchen*Frauchen bei uns - Tendenz klar steigend. Und von außerhalb kommen regelmäßig Hühner, Schafe und Alpakas zu Besuch.

Weiterentwicklung des Versorgungsangebots

"Ziel unserer Green-Care-Konzeption ist es, unser gerontopsychiatrisches Versorgungsangebot für demenziell erkrankte Bewohner*innen weiterzuentwickeln."

Selda Ikonomou,

Hausleiterin im Haus St. Martin