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Primary Nursing nach dem
MÜNCHENSTIFT-Modell

Unterstützt durch die Landeshauptstadt München testete die MÜNCHENSTIFT in drei Wohnbereichen des Hauses St. Martin das Pflegeorganisationssystem Primary Nursing, das bereits in den 1960er Jahren in den USA entwickelt wurde und sich weltweit in unterschiedlichen Einrichtungen des Gesundheitswesens etabliert hat. Die erweiterte Bezugspflege wird ab dem Jahr 2019 im gesamten Haus umgesetzt.

Was verstehen wir unter erweiterter Bezugspflege?

Im Unterschied zu anderen Pflegesystemen verantwortet eine Pflegefachperson die komplette Pflege und Betreuung des Pflegebedürftigen.
 
Diese Bezugspflegefachkraft besitzt Expertenwissen, ermittelt auf dessen Grundlage den aktuellen Pflegebedarf und plant die pflegerische Versorgung individuell nach Biografie und Krankengeschichte. Sie trifft eigenverantwortlich alle wichtigen Entscheidungen, die die Betreuung des Pflegebedürftigen betreffen. Für Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige sowie Betreuerinnen und Betreuer ist sie direkter Ansprechpartner und steht erklärend und beratend zur Seite. Sie übernimmt die Kommunikation und Terminabsprachen mit Ärzten, Physiotherapeuten oder dem Krankenhaus.
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Unterstützt wird die zuständige Bezugspflegefachkraft durch ein kleines Team fest zugeordneter Mitarbeitender, die nach Vorgabe und mit aktuellstem Fachwissen die Betroffenen versorgen. Die Aufgaben der Wohnbereichsleitung verlagern sich auf das Bereichsmanagement und die fachliche Weiterentwicklung ihrer Mitarbeitenden mit dem Ziel einer nachhaltigen Qualitätssicherung.

Projektstelle

Stabstelle Strategie Pflege und Betreuung
Leitung Susanne Krempl
Kirchseeoner Straße 3
81669 München

Tel. 089 62020-323

Welche Vorteile hat die erweiterte Bezugspflege?

  • Kurze und direkte Kommunikationswege:
    Weil es nur eine Hauptansprechperson gibt, gehen weniger Informationen verloren, Fehler werden vermieden, das Vertrauen wächst.
  • Klar geregelte Zuständigkeiten:
    Die Aufgaben sind klar geregelt, dadurch werden doppelte Arbeiten besonders an Schnittstellen vermieden.
  • Kontinuität in der Bewohner*innenversorgung:
    Gerade für Menschen mit demenziellen Erkrankungen erleichtert eine Alltagsroutine das Leben und steigert das Wohlbefinden. Feste Bezugspersonen erhöhen das Vertrauen und schaffen eine familiäre Atmosphäre.
  • Sachlich und fachlich optimale Pflege und Betreuung:
    Durch regelmäßige Schulungen und eigenständige Wissenserweiterung sind die Bezugspflegenden die Experten für die ihnen zugeordneten Bewohnerinnen und Bewohner.

Was ändert sich für die Bewohnerinnen und Bewohner?

Die bisherigen Wohnbereiche werden in kleinere Gruppen unterteilt, in denen sich immer dieselben Pflegekräfte um die Bewohnerinnen und Bewohner kümmern. Diese Teams werden durch die verantwortliche Bezugspflegefachkraft geführt. Sie plant und koordiniert die optimale Versorgung, verfügt über aktuellstes Fachwissen und ist erste Ansprechpartnerin für die Angehörigen.
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Durch die kleineren Gruppen und die persönlichere Betreuung wird der Kontakt untereinander vertrauter und familiärer und die pflegerische Versorgung engmaschiger. Die bisherige Wohnbereichsleitung übernimmt die Gesamtorganisation des Bereichs und ist für die qualitative Weiterentwicklung in Pflege und Betreuung zuständig, indem sie die Mitarbeitenden schult und berät.